Best viewed with a resolution of 1024x768px and anything except the Microsoft Internet Explorer!
Sieht am besten bei einer Auflösung von 1024x768px und allem außer dem Microsoft Internet Explorer aus!
Allnacht

Langsam löste sich der Deckel vom Rest des Sarges und der faulig süße Gestank von verwestem Fleisch erfüllte die Grabkammer.
Da lag er nun, öffnete ruckartig seine kalten Augen und kletterte mit einem höhnischen Lachen aus dieser Holzkiste, die ihm stets gut als Schlafplatz gedient hatte.
Ein neuer Tag würde beginnen - oder besser noch - eine neue Nacht.
Hastig suchte seine Zunge die Lippen und beide Mundwinkel nach Blut ab - aber vergebens.
Die Gier hatte ihn überkommen. Er musste zur Mahlzeit schreiten oder der Fluch, der ihn schon so lange aufs Übernatürlichste am Leben gehalten hatte, würde nun sein Ende finden.
Eine stürmische Nacht, erfüllt von Regen, Blitz und Donner und doch hielt dieser Umstand die reichen Herrschaften der Stadt nicht davon ab, einen ihrer rauschendenBälle zu veranstalten. Prunkvoll, mit einem großartige Buffet, reich an Wein und Menschen - so würde die heutige Feier wieder einmal sein - mit vielen Menschen und deren Blut.
Eingeladen waren ausschließlich reiche und angesehene Leute. Und bei der edlen und charismatischen Gestalt des Grafen, würde es ein Leichtes werden sich hier Zugang zu verschaffen.
Auf unheimliche Weise war ihm der Verfall seines Körpers nicht mehr anzumerken, doch blieb er von einer fahlen Mine geprägt.
So fand sich der finstere Fürst auf dem Balle wieder.
War dies Freude, die sich in seinem kalten Leib ausbreitete? - nein, unmöglich!
Sein untotes Wandeln auf Erden, welches ihm ein schier unendliches Existieren versprach, hatte einen angemessen hohen Preis - die Seele - und somit waren alle Gefühle nicht von Bedeutung, da er sie nicht verspüren konnte.
Aber anscheinend blieb ihm nicht alles verwehrt. Eine gewisse Art von Leidenschaft ergriff den untoten Herrn, zeitgleich als dieser den ersten Klang von Musik vernahm. Geschwind nahm er die zärtliche Hand einer jungen Dame und vollführte mit ihr einen eleganten Tanz, der die Aufmerksamkeit der Gäste unverkennbar auf sich zog.
Das arme Fräulein. Seinem unwiderstehlichen Scharm erlegen, folgte sie dem Unbekannten auf die Straße. Hier war es still. Nichteinmal die Ratzen wagten es in der Gegenwart des dunklen Grafen zu quieken. Am ganzen Körper bebend, aber dennoch ohne jegliche Furcht schritt die junge Schönheit auf den geheimnisvollen Fremden zu.
Zärtlich küsste dieser ihren seidigen Hals, dabei wurde sie schwach und als er es für angemessen hielt, stachen seine spitzen Zähne in ihr weiches Fleisch und verschlang gierig den jungfräulichen Lebensnektar.
So süß war ihr Blut, so süß, dass er ganz vergaß sie zum Weibe zu nehmen.
Die Nacht näherte sich ihrem Ende zu und es starb abermals eine junge Frau in den Fängen eines Vampirs. Die entseelte und vom Blute geleerte Hülle fiel unschön zu Boden, währen die Wangen des nächtlichen Besuchers ein wenig an Farbe gewannen und ein abscheuliches Grinsen auf den blutverschmierten Lippen sich formte.
26.4.04 00:00
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
Texte (c) by ChaDawn
Alle Grafiken und das allgemeine Design (c) by pSy
Hintergrundbild (c) by toeknuckles

Gratis bloggen bei
myblog.de